Shopware 6: der Guide zur Webshop-Software aus Deutschland

Hallo! Ich möchte einen Guide für Shopware 6 mit interessanten und relevanten Informationen für Händler:innen, Programmierer:innen und andere im Shopware-Ökosystem aufbauen. So, wie ich das seit 2011 für Magento 1 und später für Magento 2 gemacht habe.

Ihr werdet oft Verweise und Vergleiche zu Magento finden, weil Viele mit beiden Systemen arbeiten oder vor der Wahl zwischen ihnen stehen.

Aktuell bin ich am Anfang dieses Wegs zum Shopware 6 Guide. Deswegen freue ich mich über eure Tipps, Wünsche und Fragen in den Kommentaren. Ich möchte den Guide möglichst hilfreich für euch gestalten.

Was ist Shopware?

Shopware ist eine Open Source Webshop-Software. Sie basiert basiert auf ähnlichen Technologien wie Magento (PHP, MySQL, Symfony-Komponenten…) und richtet sich ebenfalls an Klein- und Mittelunternehmen (KMUs).

Shopware kennt verschiedene Editionen:

  • die kostenlose Community Edition,
  • die Professional Edition zum Kaufpreis von knapp 2.500 Euro
  • und die Enterprise Edition zum Kaufpreis von circa 40.000 Euro.

Zudem gibt es die Unterscheidung zwischen einem einmaligen Kaufpreis und einer monatlichen Miete sowie dem Hosting auf einem eigenen Server oder in der Shopware Cloud.

Shopware wird in Deutschland hergestellt und ist daher mit den DACH-Märkten gut vertraut. Momentan wird der Ausbau in weiteren europäischen Staaten vorangetrieben, und auch die USA sind seit 2021/2022 im Blickfeld der Shopware AG.

Shopware im Gartner Magic Quadrant

Im August 2020 scheint Shopware zum ersten Mal im Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce auf. Für das Magic Quadrant untersucht Gartner die Key-Player in unterschiedlichen Bereichen auf ihr Angebot, ihre Strategie und die weitere Ausrichtung.

Gartner Magical Quadrant for Digital Commerce, August 2020

Es ist definitiv eine gute Leistung für Shopware, zum ersten Mal in diese Analyse einbezogen worden zu sein, denn das schafft nicht jeder Anbieter. Wie man zum Beispiel im Vergleich zu Magento sieht, steht Shopware für Gartner noch eher am Anfang der Reise.

Achtung: Natürlich darf man eine solche Einschätzung nicht überbewerten. Man muss immer die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen in Relation setzen. Als plakatives Beispiel befindet sich WooCommerce gar nicht im GMQ, obwohl es sich inzwischen wohl um die meist eingesetzte (selbst gehostete) Shop-Software handelt.

Wer im Gartner Report stehen möchte, muss wohl auch das nötige Kleingeld mit bringen. Dennoch meine ich, dass nicht jede:r dort landet und Gartner sich in der Analyse durchaus auch mit der Software beschäftigt.

Warum „Shopware 6“?

Ich decke nur Shopware 6 ab, weil beim Sprung von Shopware 5 auf die neue Version technologisch gesehen ein radikaler Schnitt gezogen wurde. Shopware 6 wurde mit modernen Technologien von Grund auf neu aufgebaut.

Shopware 5 war für mich ehrlich gesagt nicht reizvoll genug, um mich genauer damit zu beschäftigen. Magento 1 war komplizierter, aber technologisch weiter und wohl auch flexibler. Shopware 6 hingegen hat für mich eine zukunftsfähige Basis und ist daher eine mögliche Alternative zu Magento 2, wenn es zu den Anforderungen eines Webshops passt.

Roadmap: die geplanten Funktionen

Shopware bietet eine sehr gute Roadmap, die direkt aus Shopwares Ticket-System gespeist wird und deswegen aktuelle Zeitpläne und Informationen enthält. So hat man im Überblick, mit welchen neuen Features man wann rechnen darf.

Shopware 6 Einführung für Magento-EntwicklerInnen

Sander Mangel hat einen Artikel verfasst, der Magento-ProgrammiererInnen einen Einstieg in die Shopware-Welt erleichtern soll. Hier fasse ich die Haupt-Facts für mich zusammen, aber ich empfehle euch auf jeden Fall, den vollständigen Artikel von Sander zu lesen. Er zeigt dort zum Beispiel, wie man ein eigenes Plugin erstellt.

Tech-Stack

Das ist der Tech-Stack (Stand Juni 2022):

  • PHP: >= 7.4
  • MySQL: >= 5.7
  • Backend-Framework: Symfony
  • Templating-Engine: Twig
  • CSS-Framework: Bootstrap
  • JavaScript-Framework Frontend: jQuery
  • JavaScript-Framework Backend: VueJS

Details zu den System-Anforderungen findest du auf der offiziellen Seite.

Terminologie-Vergleich Magento / Shopware

Der erste Begriff wird in Magento verwendet, der zweite in Shopware.

MagentoShopwareAnmerkung
Frontend / Store View / WebsiteSales ChannelShopware kennt die Unterscheidung zwischen Store View und Website nicht. Ein Sales Channel kann zum Beispiel ein traditionelles HTML-Frontend, eine Headless-Implementierung, eine Integration von Amazon oder Instagram sein.
ModulPlugin
Magento Core /Framework / APIShopware CoreSoweit ich es verstehe lässt sich das nicht klar abgrenzen, aber der Shopware Core bietet die API für die anderen Bereiche. Quasi alles, was kein User Interface ist.
Produkt-Attribut (mit Optionen)Property GroupLegt man in Magento Produkt-Eigenschaften („Produkt-Attribute“) an, dann kann man zwischen mehreren Typen (Zahl, einzeiliges Textfeld, …) auswählen. Dazu zählen auch der „Dropdown-Typ“ und der „Multiselect-Typ“. Bei diesen Werten können mehrere mögliche Werte („Optionen“) fix vorgegeben werden. Das wird zum Beispiel für Produkt-Filter verwendet. Ein Beispiel für solche Produkt-Attribute mit Optionen wären „Material“ oder „Farbe“.
Analog dazu können in Shopware Produkt-Eigenschaften über sogenannte „Property Groups“ gebildet werden. Diese „Gruppe“ ist quasi auch der „Container“ für die einzelnen Ausprägungen der Eigenschaft.
Siehe auch „Produkt-Attribut-Optionen“ bzw. „Property Group Options“.
Produkt-Attribut-OptionenProperty Group OptionsSiehe auch Begriff „Produkt-Attribut (mit Optionen)“ bzw. „Property Group“. Bei „Produkt-Attribut-Optionen“ bzw. „Property Group Options“ handelt es sich um die Ausprägungen einer Eigenschaft, z.B. die Werte „rot“ oder „grün“ einer Eigenschaft „Farbe“ oder die Werte „M“ und „XL“ einer Eigenschaft „Größe“.
Terminologie-Vergleich zwischen Magento und Shopware

Development-Setup

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Projekt bei sich aufzusetzen.

Beliebte Setups sind:

  1. dockware von der dasistweb GmbH
    Ein Docker-Setup mit extra gebauten Images, das in verschiedenen Varianten existiert: „Play“ ermöglicht es Jedem, innerhalb von Sekunden eine Test-Instanz von Shopware zum Ausprobieren zu starten, mit „Dev“ kann man an Projekte umsetzen bzw. Plugins erstellen, und mit „Contribute“ gibt es eine Umgebung, mit der man leicht direkt zum Shopware Core selbst beitragen kann.
  2. shopware-docker von shyim
    Es bietet nicht nur die nötigen PHP/Webserver/…-Container selbst, sondern auch eine Zugriffsmöglichkeit auf die DB über PHPMyAdmin, Mails werden über Mailcatcher abgefangen und die Suche wird über einen Elasticsearch-Container abgebildet.

EntwicklerInnen-Tools

Da sich Shopware stark an Symfony und anderen Frameworks orientiert, reicht es in deiner Lieblings-IDE die Plugins für Symfony, Doctrine und Twig zu installieren. Für PhpStorm gibt es zusätzlich das kostenlose Plugin „Shopware 6 Toolbox„, das Live-Templates, Auto-Completion, Scaffolding-Features und vieles mehr hinzufügt.

Im Projekt selbst kannst du ein DevelopmentHelper-Plugin installieren, das dir weitere Hilfen bei der Entwicklung gibt.

Shopware liefert außerdem ähnlich wie Magento ein Kommandozeilen-Tool mit häufig benötigten Befehlen.

Aktuelle Neuigkeiten

Du kannst dich auf meiner Unterseite „Aktuelles aus der Shopware-Welt“ darüber informieren, was sich im Ökosystem tut. Ich aktualisiere die Seite laufend und möchte damit helfen, relevante Informationen aus der Masse an Neuigkeiten herauszufiltern.

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