Magento 2: der Guide zur Webshop-Software für KMUs & Konzerne

Dieser Guide gibt Ihnen umfassende Informationen zu Magento 2.

Zum Beispiel können Sie herausfinden, ob das Shop-System für Ihr Unternehmen geeignet ist oder wie Sie als ProgrammiererIn in die Magento-2-Entwicklung einsteigen können. Wenn Sie bereits einen Magento 2 Shop betreiben, möchte Ich Sie mit laufenden Neuigkeiten und Best Practices unterstützen.

Ich aktualisiere und erweitere die Artikel laufend, um den Stand im Jahr 2021 festzuhalten. Vermissen Sie eine Information auf meiner Seite? Bitte lassen Sie es mich wissen!

Die Startseite von Magento 2 mit dem Beispiel-Theme „Luma“.

Was ist Magento 2?

Magento 2 ist eine Shop-Software für mittelkleine HändlerInnen (KMU) bis hin zu internationalen Großkonzernen. Neben dem lizenzkostenfreien Magento Open-Source gibt es die lizenzkostenpflichtige Variante Adobe Commerce.

Der Vorgänger Magento 1 erschien 2008 und konnte mit über 250.000 in Betrieb befindlichen Installationen zur beliebtesten Shop-Software in diesem Bereich aufsteigen.

Version 2 kam Ende 2015 auf den Markt und erhält seitdem in etwa alle 3 Monate Aktualisierungen.

Neben dem Shop-System sind in den letzten Jahren optionale externe Services von Magento Inc. entstanden, zum Beispiel für die Logistik („Magento Order Management“) oder Business Intelligence („Magento Analytics“).

Die Geschichte hinter Magento

Kurz zusammengefasst:

Die Webagentur Varien erstellte Mitte der 2000er Jahre Onlineshops für Unternehmen mit osCommerce. Die Shops wurden immer erfolgreicher, die Kunden größer. osCommerce stieß an seine Grenzen, aber brauchbare Alternativen gab es nicht.

Daraufhin entschied Varien, eine eigene Shopsoftware zu entwickeln. Daraus wurde Magento. Die Entwicklung startete circa 2007. Im Jahr 2008 war die erste Version fertig. Wie schon osCommerce sollte Magento eine kostenlose Open-Source-Lösung sein.

Magento erlebte einen außergewöhnlichen Zuspruch, da Magento 1 in Umfang und Erweiterbarkeit alle Alternativen ausstach. Schnell wurde für Varien klar, dass sie keine klassische Online-Agentur mehr sein können wenn sie die Magento-Community angemessen aktiv betreuen möchten. Somit wurde Magento das Hauptstandbein von Varien.

Bald fragten große Kunden nach einer bezahlten Version mit SLAs und Garantien. Somit entstand die kostenpflichtige Enterprise Edition, welche die kostenlose Community Edition erweitert.

Auf den Erfolg wurden andere Unternehmen aufmerksam. PayPal als Tochterunternehmen von eBay ging eine Partnerschaft mit Magento ein. Bald darauf stieg eBay mit einer Beteiligung bei Magento ein, um es einige Zeit darauf komplett zu übernehmen.

eBay-Großinvestor Carl Icahn übte bereits seit Jahren Druck auf, dass eBay und PayPal getrennt werden sollten, da eBay nach Icahns Ansicht PayPal in seiner Entwicklung aufhielt. Schließlich hatte er damit Erfolg. eBay trennte sich von diversen Unternehmen, darunter PayPal und Magento. Magento ging im Juli 2015 an den Investor Permira (mein Artikel dazu: eBay Enterprise und Magento an Konsortium verkauft).

Magento 1 war zu dieser Zeit bereits etwas in die Jahre gekommen. Magento 2 fand sich seit geraumer Zeit in Entwicklung. Diese nahm aber nie richtig Fahrt auf, wohl auch aufgrund der eBay/PayPal-Entwicklungen im Hintergrund. Nun wieder unter Permira selbstständig, wurde der Fokus endgültig auf Magento 2 gelegt. Ende 2015 wurde schließlich Magento 2.0 veröffentlicht.

Das Magento-Logo wird wie eine startende Rakete dargestellt: das Logo ist am linken oberen Bild-Rand, unten schlägt eine gezeichnete Flamme heraus und am Boden sieht man weiße Wolken wie bei einem Raketen-Start. Daneben steht: "Now launchgin Magento 2.0" und der Hash-Tag #Magento2ISHERE
Mit diesem Logo bewarb Magento im Jahr 2015 den Start von Magento 2.0.

Magento als Firma war zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahren die meist verbreitete Online-Shopsoftware und inzwischen sowohl im KMU-Markt als auch bei großen Unternehmen im Einsatz. Das war letztlich der Anlass für Adobe, sich eine der letzten verfügbaren großen Shop-Softwares am Markt einzuverleiben.

Magento 2 Timeline: einige ausgewählte Zeitpunkte aus der Entwicklung zu Magento 2

DatumEreignis
31.03.2008Magento 1.0.0 wird veröffentlicht.
10.02.2011PayPal, zu dem Zeitpunkt ein Tochter-Unternehmen von eBay Inc., beteiligt sich mit 49 Prozent Anteilen bei Magento.
06.06.2011eBay Inc. gibt bekannt, dass es Magento Inc. nun vollständig – mit 100 Prozent der Anteile – übernehmen wird.
21.11.2013Magento wird Teil von eBay Enterprise.
17.12.2014Magento Inc ruft den Start der Magento 2 Developer Beta aus. Damit kann die Community direkt Merge-Requests auf GitHub anlegen und Commits von Community-Mitgliedern bleiben erhalten. devdocs.magento.com wird als Entwickler-Dokumentation vorgestellt.
15.07.2015Die Magento 2 Merchant Beta wird angekündigt. Damit gab es die erste Beta-Version „1.0.0-beta1“ von Magento 2. Ab dann gab es keine wöchentlichen Pushes von Magento mehr auf GitHub, sondern kontinuierliche Updates.
16.07.2015Der Investor Permira übernimmt die Firma Magento (siehe oben).
Magento 2 Timeline: einige ausgewählte Zeitpunkte aus der Entwicklung zu Magento 2

Für wen ist Magento geeignet?

Um eines gleich vorwegzunehmen: wie jede andere Shop-Software ist Magento nicht für alle Anwendungsfälle, Projekte und Budgets geeignet. Hier ein paar Beispiele für passende und weniger passende Anwendungsfälle.

Gut geeignet ist diese Software, wenn Sie:

  • Ihren Shop für ein KMU oder ein größeres Unternehmen / einen Konzern umsetzen
  • eine sehr flexible Software benötigen, um das Aussehen, Verhalten und die Funktionalität nach Maß an Ihre Anforderungen und die Ihrer KundInnen anzupassen
  • externe Dritt-Systeme (ERP / WaWi, PIM, CRM, Marketing-Lösungen, …) anbinden
  • B2C- und/oder B2B-Kundengruppen ansprechen
  • auch Umsatzzahlen in ein- bis dreistelliger Millionenhöhe erzielen können möchten, ohne dafür automatisch fünf- bis siebenstellige jährliche Lizenz-Kosten abliefern zu müssen
  • Wert darauf legen, dass Sie Ihren Shop auf selbst gewählter Infrastruktur betreiben können und Rechte am Code besitzen (niemand kann Ihnen das System einfach „wegnehmen“ oder „abdrehen“)
  • sich bewusst sind, dass ein erfolgreicher Shop beständige Weiterentwicklung, Pflege und Marketing benötigt
  • vor haben, ein System lange einzusetzen
  • eine Software suchen, die von kleinen bis zu großen Unternehmen skaliert, was Produkte / Kategorien / Aufträge / Kunden / … betrifft
  • ein großes Öko-System bevorzugen (Vermeidung des „Lock-Ins“ wegen einer geringen Anzahl von Dienstleistern)
Das Backend-Dashboard von Magento 2.

Weniger gut geeignet ist diese Software, wenn Sie:

  • ein kleineres Budget von einigen hundert oder tausend Euro haben
  • nur ein paar wenige Produkte vertreiben möchten und keine Anbindung an externe Lagerverwaltung, Warenwirtschaftssysteme oder ähnliche benötigen
  • den Shop komplett alleine, ohne eigene ProgrammiererInnen oder Freelancer/Agenturen betreiben möchten

Falls einer oder mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen, dann können Sie unter Umständen trotzdem mit Magento glücklich werden. Hier empfehle ich Ihnen jedoch, sich gründlich mit Alternativen zu beschäftigen, zum Beispiel:

  • Miet-Lösungen bei „Software as a Service (SaaS)“-Anbietern wie Shopify
  • Shop-Plugins, die in beliebte Content-Management-Systeme oder Blog-Software eingebunden werden können, wie WooCommerce

Andere Systeme, über die Sie bei Ihrer Recherche nach der geeigneten Shop-Software stoßen könnten, sind unter anderem Shopware, OXID, oder PrestaShop. Wenn ein Projekt keine komplexen Anforderungen hat, dann wird es sich in der Regel mit Magento oder diesen Alternativen in einem ähnlichen Preisbereich umsetzen lassen. Bei besonderen Erfordernissen muss hingegen genau evaluiert werden, ob das Produkt den Ansprüchen gerecht werden kann.

In beiden Fällen ist es wichtig, gute PartnerInnen für die Umsetzung zu finden und sich genau anzusehen, was für oder gegen das jeweilige System spricht. Offizielle „Darum XYZ“-Seiten sind oft genau das, wonach sie aussehen: Werbematerialien. Seriöse Dienstleister werden Sie darüber aufklären ob es zwingende Gründe für ein bestimmtes System gibt oder ob Ihre Entscheidung davon abhängt, welche Software Ihnen am besten gefällt und welchem Dienstleister Sie am meisten vertrauen.

Markt-Analysen Gartner, Forrester und co

Organisationen wie Gartner und Forrester untersuchen, vergleichen und bewerten Konkurrenten einer Branche in Markt-Analysen. Diese werden für diverse Industrie-Bereiche angefertigt. Die daraus generierten Reports sind kein Ersatz für Ihre eigene Analyse, wie gut eine Software-Lösung zu Ihrem Unternehmen passt.

Gerade für große Unternehmen können solche Reports aber ein guter Wegweiser sein, da sie vor allem für diese angefertigt werden. Berücksichtigt werden sowohl die Strategie und Vision der Lösungen als auch die Fähigkeit, diese zu exekutieren. Die deutsche Agentur TechDivision hat die Ergebnisse für 2020 gut aufbereitet.

Einerseits wurde Magento im Gartner-Report zum vierten Mal in Folge als Leader ausgezeichnet. Andererseits sieht man in der Darstellung gut, dass Magento sich seit 2013 von einem Nischen-Player zu einem „Challenger“ und von dort weiter zu einem Industrie-Leader entwickelt hat.

Bei Forrester ist Magento 2020 sowohl ein Leader im Bereich B2 Commerce Suites als auch im Bereich B2B-Commerce Suites (weitere Infos: Beiträge von Adobe und Techdivision).

Im Segment der Enterprise-Anbieter befindet sich Adobe/Magento also in guter Gesellschaft von Größen wie Salesforce, SAP, Oracle und commercetools.

Editionen

Je nach Budget und Anforderungen gibt es verschiedene Ausbaustufen von Magento. Die günstigste und „kleinste“ Version ist Magento Open Source. Sie ist die bekannteste Version und bietet für viele HändlerInnen bereits die nötigen Funktionen. Hier fallen keine Lizenzkosten an, sie müssen also weder einmalig noch fortlaufend für den Einsatz von Magento zahlen – außer natürlich für das Hosting und die DienstleisterInnen, welche Ihnen Magento installieren, konfigurieren, erweitern und warten.

Zusätzliche Features, sowohl für den B2C- als auch für den B2B-Markt, gibt es in der kostenpflichtigen Variante Adobe Commerce (ehemals Magento Enterprise Edition, Magento Commerce, Magento Commerce Cloud Starter, Magento Commerce Cloud Pro und Adobe Commerce Cloud). Hier zahlen Sie jährliche Lizenzkosten und können den Shop entweder auf einem eigenen Server oder als Cloud-Lösung betreiben.

Mehr zu den Unterschieden und Kosten finden Sie im folgenden Artikel:



Versionen

Die aktuelle „Release-Line“ ist Magento 2.4. Neue Versionen erscheinen etwa drei- bis viermal im Jahr.

Ich erfasse auf einer Übersichtsseite die Magento-Versionen, Magentos Release-Zyklen und die Support-Zeiträume der Release-Lines für Magento Open Source und Adobe Commerce. Auf der Seite finden Sie auch die Links zu meinen Detail-Seiten für die einzelnen Versionen.

Hier finden Sie außerdem direkt die Detail-Seite zum aktuellen Release:


Magento 2.4.3 wurde am 10. August 2021 veröffentlicht. Zeitgleich erschienen 2.4.2-p2 und 2.3.7-p1 mit Security-Bugfixes für alte Magento-Versionen. Das Haupt-Feature dieser Version ist ohne Zweifel der stark verbesserte CMS-Editor Page Builder. Er war bisher nur in der kostenpflichtigen Edition Adobe Commerce verfügbar und erleichtert ähnlich wie der Gutenberg-Editor von WordPress die Bearbeitung der Inhalte stark.…

Alle Informationen zum Release Magento 2.4.3


Magento in Österreich

Magento ist ein amerikanisches Unternehmen. Aktuell gibt es keine Niederlassung in Österreich. Einige Angestellte leben aber in Deutschland bzw. sind deutsch-sprachig.

Dennoch ist das System in Österreich sehr populär. Aus diesem Grund habe ich im Jahr 2012 das Magento Meetup Austria gegründet.



Wer im Web danach sucht wird schnell herausfinden, dass es in Österreich eine Vielzahl an FreelancerInnen und Agenturen gibt, die Support für diese Software anbieten. Das ist gut, denn es bewahrt HändlerInnen davor, sich zu sehr an einzelne Dienstleister zu binden. Außerdem wird man in jedem Bundesland Dienstleister finden, falls einem das wichtig ist. (Spoiler: meiner Meinung nach sind die Qualifikation und die Chemie zwischen beiden Seiten wesentlich wichtiger als die geographische Entfernung.)

Ich möchte hier keine Wertung vornehmen, wem man sein Webshop-Projekt in die Hände legen sollte, weil ich selbst bei einer Magento-Agentur arbeite. Ich will hier ehrlich informieren – das Angebot muss letztendlich für sich sprechen.

Ein paar Hinweise zur allgemeinen Auswahl des richtigen Partners:

  • Freelancer sind oft günstiger in der Umsetzung, weil sie weniger Overhead haben als eine Agentur. Findet man an einen erfahrenen Dienstleister, der die benötigte Kapazität liefern kann, kann man hier tolle Fortschritte machen.
  • Agenturen punkten je nach Größe und Kompetenz in verschiedenen Bereichen: sie können Krankheiten einzelner MitarbeiterInnen oder Lastspitzen besser abfangen, bieten mehr spezialisiertes Wissen in den diversen nötigen Fachbereichen, haben oft Erfahrung mit komplexeren und umfangreichen Projekten und können die dafür nötigen Prozesse und Strukturen bieten.

Was die richtige Wahl ist, hängt somit auch von den eigenen Bedürfnissen und der Erwartungshaltung ab.

Aktuelle Neuigkeiten

Sie können sich auf meiner Unterseite „Aktuelles aus der Magento-Welt“ darüber informieren, was sich im Ökosystem tut. Ich aktualisiere die Seite laufend und kann Ihnen damit hoffentlich helfen, relevante Informationen aus der Masse an Neuigkeiten herauszufiltern.

Wichtige Features

Bis zu einem gewissen Grad sind Shop-Lösungen untereinander austauschbar. Was sind Features, die für HändlerInnen Magento 2 interessant machen könnten, weil sie so vielleicht in anderen Shop-Lösungen nicht vorhanden sind?

Multi-Lager-Verwaltung (MSI)

Über das „Multi Stock Inventory“ können Sie den Lagerstand für diverse Filialen, Warenhäuser, Distributionszentren oder Dropshipping-Lösungen in Magento pflegen. Vorgefertigte oder selbst geschriebene Algorithmen erlauben es zu beeinflussen, welches Lager für welche Bestellungen herangezogen wird.

Integration mit anderen Verkaufskanälen

E-Commerce heißt nicht bei weitem nicht nur, einen eigenen Webshop zu haben. Sie können auf vielen weiteren Kanälen verkaufen, und darauf zielt Magento auch ab.

Es gibt offiziell unterstützte Anbindungen für:

Internationalisierung

Magento ist Out-of-the-box für den amerikanischen Markt vorbereitet, lässt sich aber in kürzester Zeit für den deutschen Markt nachrüsten. Das ist in unserem Setup bereits standardmäßig inkludiert.

Darüber hinaus können so ziemlich alle Anwendungsfälle weltweit nachgestellt werden, egal ob es um spezielle Anforderungen bezüglich Steuern, Versand, User-Interface und andere Themen betrifft.

Übersetzungen

Für Übersetzungen gibt es neben reinen Community-Übersetzungs-Paketen die offiziellen automatisch generierten Übersetzungs-Pakete, die aus dem Crowdin-Übersetzungs-Projekt von Magento gemeinsam mit der Community generiert werden.

Migration von Magento 1 zu Magento 2

Über den Umstieg von Magento 1 zu Magento 2 kann man viele Worte verlieren. Das habe ich bei diversen Vorträgen im Jahr 2016 gemacht und diesen Talk auch als Artikel-Serie festgehalten:

Magento 2 upgraden

Diese Extension hilft beim Upgrade von Magento 2 Versionen: ampersand/magento2-upgrade-patch-helper

Von Adobe Commerce auf Magento 2 Open Source downgraden

Manche HändlerInnen möchten vom kostenpflichtigen Adobe Commerce auf das kostenlose Magento Open Source „downgraden“. Das ist nicht ganz trivial, aber möglich.

Eine Starthilfe bietet das Opengento Migration Tool for Magento Commerce to Magento OpenSource. Das Tool passt die Datenbank an und entfernt die Spezifika von Adobe Commerce.

Headless Magento 2

Mit Version 2.3 bekam Magento eine GraphQL-Schnittstelle. Damit wird eine Headless-Implementierung von Shops zum ersten Mal sinnvoll möglich.

Was bedeutet „Headless“ überhaupt?

Seit es dynamische Websites gibt, gab es eigentlich immer eine mehr oder weniger starke Verzahnung zwischen server- und client-seitigem Code:

  • auf dem Server (z.B. dem Webserver) wird der Code für die Anwendungslogik ausgeführt.
  • Während die Anwendungslogik abgearbeitet wird, wird der Code für die Darstellung beim User zusammengestellt. Dieser Code wird zumeist dynamisch am Server erzeugt und dann an den Client geschickt, das heißt an den Web-Browser des Users.

Das hat Auswirkungen auf den Arbeitsablauf bei der Website-Entwicklung und die Anforderungen an Web-ProgrammiererInnen:

  • weil der Client-seitige Code abhängig vom Server-seitigen Code ist, müssen Frontend-EntwicklerInnen auch etwas vom Server-seitigen Code verstehen und umgekehrt.
  • die Abhängigkeit zwischen Client- und Server-seitigem Code führt zu höherer Komplexität und damit höheren Entwicklungs- und Wartungskosten sowie einem größeren Risiko von Fehlern (Bugs).

In den letzten Jahren versuchte man mehr und mehr, beide Seiten voneinander zu koppeln. Dazu stellt der Server Daten über eine Schnittstelle bereit, die der Client in die Darstellung einbauen kann. Es gab im Normalfall aber keine 100%-ige Trennung, sondern eine bestimmte Abhängigkeit blieb bestehen.

Richtige Headless-Implementierungen bieten zum ersten Mal ein unabhängiges Frontend, in dem der Client-Code wirklich unabhängig vom Server-Code ist. Alle nötigen Daten werden über Schnittstellen-Aufrufe geholt. Weil beide Seiten, Client und Server, unabhängig voneinander weiter entwickelt werden können und sie im Idealfall nur über eine wohldefinierte und stabile Schnittstelle miteinander kommunizieren, wird die Stabilität erhöht und jede Seite kann für sich optimiert werden, ohne die andere negativ zu beeinflussen.

Vorteile von Headless-Implementierungen

Die Umsetzung einer Headless-Website kann gegenüber eine traditionellen Umsetzung folgende Vorteile haben:

  1. Geringere Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) durch effizientere Wartbarkeit des Codes.
  2. Bessere Sicherheit, weil der kritische, Server-seitige Code zur Außenwelt hin eine kleinere Angriffsfläche bietet.
  3. Kürzerer Umsetzungszeitraum, weil Server- und Frontend-SpezialistInnen ihre jeweiligen Stärken besser ausspielen können.
  4. Bessere Conversion-Rates, weil gut gemachte Headless-Websites eine bessere Performance aufweisen.

Wie immer gilt: nicht kompromisslos auf Headless setzen, weil der Begriff gerade „in“ ist, sondern man soll den Ansatz wählen, wenn er den Anforderungen des Projekts entgegen kommt.

Beispiele

Die Website Headless.page sammelt Beispiele von e-Commerce-Sites mit Headless-Implementierungen. Die Beispiele sind nicht auf Magento beschränkt, sondern listet auch viele andere Shop-Softwares auf.

PWAs (Progressive Web Apps)

Ich unterscheide hier bewusst zwischen „Headless“ und Magento PWA. Warum? Jeder erwähnt PWA weil es ein absolutes Buzzword ist, aber meint nicht unbedingt das, wofür diese Abkürzung steht.

PWA steht für „Progressive Web App“ und steht für eine Sammlung von Technologien und Best Practices.

Viele gehen nicht auf das komplette Feature-Set ein, sondern nur auf einen – zugegebenermaßen wichtigen – Teil der PWAs: in der Regel werden hier Frontend und Backend wesentlich stärker getrennt. Das macht schlanke, moderne und auch sehr individuelle Frontends wesentlich einfacher und kostengünstiger realisierbar als bisher.


Ich unterscheide hier bewusst zwischen „Headless“ und Magento PWA. Warum? Jeder erwähnt PWA weil es ein absolutes Buzzword ist, aber meint nicht unbedingt das, wofür diese Abkürzung steht. PWA steht für „Progressive Web App“ und steht für eine Sammlung von Technologien und Best Practices, mit denen man Web-Applikationen mit einem ähnlichen Look & Feel wie…

Mehr zu PWAs im Hauptartikel "PWA für Magento 2" PWA (Progressive Web App) für Magento 2


Magento 2 programmieren lernen

Dev-Dokumentationen, Tutorials und Ähnliches gibt es für Magento 2 wie Sand am Meer. Deswegen versuche ich nicht das Rad neu zu erfinden. Was ich aber mache: Links, Tipps, Tutorials und Ressourcen posten, die mir unterkommen und die ich aus Sicht von Magento-2-Entwicklerinnen interessant finde.


Auf dieser Seite sammle ich vor allem meine News rund um die Programmierung/Entwicklung aus meiner Rubrik „Aktuelles aus der Magento-Welt“. Es handelt sich also nicht um vollständige Tutorials oder Programmier-Kurse – dafür gibt es bereits viele gute Quellen im Web. InhaltsverzeichnisTutorials, Kurse, Link-Listen, Newsletter, ArtikelGrundverständnis und KonzepteCoding Best PracticesBest Practices für das API-Design von Magento-2-KlassenEffizienter…

Infos, Links, Tipps und Tutorials auf der Seite "Magento 2 programmieren lernen" Magento 2 programmieren lernen: Infos, Links Tipps, Tutorials


Zertifizierungen

Es gibt eine große Bandbreite an Zertifizierungen für Magento 2. Sie umfassen verschiedene Rollen für EntwicklerInnen (Frontend/Backend/JavaScript/…), Projekt-ManagerInnen und Consultants sowie verschiedene Magento-Produkte (Cloud, …). Alte Bezeichnungen starten mit „Magento 2 Certified“, neue Bezeichnungen startne mit „Adobe Certified Professional/Expert/Master“.


Bereits für Magento 1 gab es diverse Zertifizierungen. Mit dem Nachfolger wird das Programm an möglichen Zertifizierungen laufend ausgeweitet. Die aktuelle Liste mit Preisen und Links findet man bei Adobe Learning. Hinweis zur Umstellung durch AdobeAdobe hat im August 2020 die Magento-Zertifizierungen auf Adobe-Zertifizierungen umgestellt. „Magento U“ wurde Teil der „Adobe Digital Learning Services (ADLS)“.…

Mehr zu Zertifizierungen im Hauptartikel "Zertifizierungen für Magento 2" Zertifizierungen für Magento 2


Informationen direkt von Magento

Offizielle Website

Viele Informationen und Case Studies finden Sie auf der offiziellen Website.

AnwenderInnen-Dokumentation („User Guide“)

Die Dokumentation für AnwenderInnen ist im Web als „Adobe Commerce User Guide“ verfügbar. Der Guide enthält die Dokumentation für Magento Open Source, Adobe Commerce und das B2B-Modul sowie SaaS-Module wie „Live Search“.

Developer Hub

Die allererste Anlaufstelle für Entwickler ist der Developer Hub. Dort finden Sie Neuigkeiten, Ressourcen, Veranstaltungen und vieles mehr zu Magento 2.

EntwicklerInnen-Dokumentation

Die Dokumentation für EntwicklerInnen befindet sich unter devdocs.magento.com und wird laufend überarbeitet. Hier sind unter anderem Informationen zu finden, wie Magento 2 installiert wird.

Glossar

Die vielen Begrifflichkeiten bei Magento und im e-Commerce sind besonders am Anfang überwältigend. Auch später ist es hilfreich, einzelne Stichwörter nachschlagen zu können. Kurze, verständliche Erklärungen zu wichtigen Begriffen liefert der Magento Glossar.

Code

Was bedeuet „Code“ überhaupt? Welche Arten von Code und Programmiersprachen gibt es in Magento 2? Dafür habe ch eine eigene Seite geschrieben.

Beitragen zu Magento 2

Magento 2 ist – auch, wenn es eine kostenpflichtige Variante mit mehr Modulen gibt – ein Open-Source-Produkt.

Man kann auf viele verschiedene Arten dazu beitragen, dass Magento 2 besser wird. Das Community Engineering Team (CET) von Magento kümmert sich gemeinsam mit dem Maintainer-Team, das aus Community-Mitgliedern bestehht, um die Zusammenarbeit.

Einen guten Überblick, woran die Community gerade arbeitet, seht ihr im Community Backlog auf GitHub.

Probleme melden

Wer Fehler findet, kann diese auf GitHub in Form von Issues an Magento melden. Wichtig ist, dass der Fehler im Standardumfang von Magento auftritt und das Team das Problem anhand der beschriebenen Schritte nachstellen kann.

Bugs fixen & Verbesserungen einbringen

Man kann über Pull Requests oder kurz „PRs“ zur Entwicklung beitragen. Wie die Arbeit mit PRs funktioniert, lesen Sie in „How do pull requests for Magento 2 work?„.

Bei Community-Projekten mitmachen

Seit 2018 legt Magento starken Fokus auf Community-Projekte. Hier ist die Community maßgebend an der Entwicklung von Features oder Verbesserungen beteiligt. Das Resultat fließt natürlich in die Open Source Edition ein, ist also für alle kostenlos verfügbar.

Für die Projekte gibt es regelmäßige, öffentlich zugängliche Online-Meetings. Die Termine finden Sie im Community-Kalender. Sie können an den Treffen jederzeit teilnehmen.

Architektur-Entscheidungen mitdiskutieren

Um das Öko-System stärker in das technische Big Picture einzubeziehen, werden Diskussionen zu Architektur-Entscheidungen in einem Architektur-Repository geführt. Manche Diskussionen drehen sich um konkrete Details; andere betreffen weitreichende, langfristige Themen wie die Aufsplittung von Magento 2 in isolierte Service-Komponenten. Jede/r kann sich in die Gespräche einbringen und ihre/seine Meinung einfließen lassen.

Weitere Postings zu Magento 2

Beiträge, die sich mit Magento2 beschäftigen finden Sie unter folgenden Links:

  • Kategorie „Magento 2“:
    Beiträge in der Kategorie haben Magento 2 als zentralen Inhalt.
  • Beiträge mit Schlagwort „Magento 2“:
    hier finden sich Beiträge, die auch, aber nicht nur mit Magento 2 zu tun haben. Ein Beispiel dafür sind die Magento-Neuigkeiten.

Häufige Fragen und Antworten

Wo kann man Magento 2 auf Deutsch downloaden?

Dafür laden Sie zuerst normal Magento 2 herunter, zum Beispiel von der offiziellen Download-Seite. Dann installieren Sie ein deutsches Sprachpaket. Mein Favorit ist das Paket von Splendid Internet.

Wo findet man die Roadmap von Magento 2?

Die offizielle Roadmap von Magento 2 findet man hier: Roadmap

Haben Sie Fragen zu Magento 2?

Finden Sie hier oder auf einer meiner Unterseiten nicht die Auskunft, die Sie benötigen? Bitte schreiben Sie mir und ich werde Ihre Frage so gut wie möglich beantworten.

    3 Antworten

    1. 18.12.2014

      […] Als Anlaufstelle für meine Informationen rund um Magento 2 dient der neue “Magento 2″-Bereich. […]

    2. 30.06.2020

      […] Magento 2 […]

    3. 31.10.2020

      […] Magento 2 […]

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