Webshops müssen wie jede andere Software regelmäßig aktualisiert werden. Teils, um Bugs und Sicherheitslücken zu beheben, teils, um neue Feature zu erhalten – und teils, weil andere vom Shop verwendete Komponenten aktualisiert werden müssen. Zum Beispiel, weil diese selbst keine Updates mehr erhalten.
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Wenige große, oder viele kleine Updates?
Diese Frage beschäftigt Händler:innen immer wieder, denn jedes Update bedeutet Zeitaufwand und Kosten.
Viele kleine Updates
Regelmäßigere, aber kleinere Updates sind bis zu einem gewissen Grad günstiger (und auf jeden Fall risikoärmer), als wenige große Updates. Das liegt daran, dass sich so weniger Code ändert. Je nach Update muss man nicht immer alle Plugins updaten und alles durchtesten.
Das gilt aber nur bis zu einem gewissen Grad. Denn: sowohl aufseiten des Händlers als auch des Dienstleisters (z.B. der Agentur) sind in der Regel manuelle Tests nötig. Wo sinnvoll, automatisiert man Testschritte. Eine vollständige Test-Automatisierung aller wichtigen Funktionen ist je Webshop-Umsatz bzw. -Budget nicht wirtschaftlich.
Wenige, große Updates
Die Alternative ist, nur sehr selten upzugraden und vielleicht sogar „Major Releases“ auszulassen. Zum Beispiel gleich von Shopware 6.6 auf Shopware 6.8 zu springen. Das kann man theoretisch tun, um die Kosten auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, aber:
- man muss trotzdem alle Code-Änderungen mitmachen, die von 6.6 auf 6.7 nötig sind. Und zusätzlich dann die von 6.7 auf 6.8.
- die Arbeit wird aber komplexer, weil bei Problemen viel mehr Änderungen infrage kommen, als bei zwei einzelnen Updates
- zugleich ist es erfahrungsgemäß nicht so, dass die Aufwände durch ein einzelnes, großes Update geringer sind
Kompromiss
Deswegen geht man in der Praxis meistens einen Kompromiss ein. Jeden Monat die Updates von Shopware mitzunehmen, sind mit einem Shop mit Anpassungen oder eingebundenen Third-Party-Plugins, zu teuer. Zu lange zuzuwarten, führt hingegen dazu, dass man später einen wesentlich größeren und ungewissen Kostenblock vor sich hat. Mit Updates zwischendurch verteilt man die Kosten gleichmäßiger über einen längeren Zeitraum. Und man profitiert schneller von Verbesserungen neuer Versionen. Sicherheitsaspekte im Core kann man gut über das offizielle Shopware-Security-Plugin abdecken.
Mein Vorschlag
Mein Standard-Vorschlag, den ich je nach Projekt entsprechend der Bedingungen adaptiere:
- Den Core und die Plugins in etwa jedes halbe Jahr auf den aktuellen Stand bringen. Beim Core sollen Sie zumindest innerhalb der aktuellen Major-Version updaten.
- Treten Sicherheitslücken auf, diese hingegen zeitnah beheben (beim Core über das Security-Plugin, bei Third-Party-Plugins über Updates).
- Rechtzeitig vor dem „End of Life“ wichtiger Komponenten (Shopware-Core, PHP, …) updaten. Hier eine möglichst neue Version nehmen, die stabil läuft, damit man länger Ruhe hat.
Welche Komponenten bedingen Updates?
Falls man als Händler nicht von sich aus wegen neuer Funktionen, Performance-Verbesserungen, oder behobener Probleme aktualisieren möchte, kommt in der Regel der Dienstleister – oder, sehr selten, der Hosting-Provider oder Shopware selbst – auf einen wegen Updates zu.
Typische Gründe sind:
- Die Shopware-Version selbst ist veraltet und erhält keine Updates mehr.
- Teile des Tech-Stacks sind veraltet und erhalten keine Updates mehr. Die wichtigste Komponente des Shopware-Tech-Stacks, die ein Auslöser für nötige Updates ist, ist die PHP-Version. PHP ist die Programmiersprache und Laufzeitumgebung, mit der die Geschäftslogik Ihres Webshops geschrieben und ausgeführt wird. Die nächst-wichtigste Komponente ist meistens der Datenbank-Server (MySQL, MariaDB oder Percona).
Selten sind der Grund: Updates für- den Webserver (Apache/Nginx)
- Node.js (ähnlich wie PHP, aber hier geht es – vereinfacht gesagt – mehr um die Browser-Seite des Codes) oder
- andere Komponenten wie Varnish, Redis oder RabbitMQ.
- 3rd-Party-Plugins im Shop benötigen ein wichtiges Upgrade, sind aber nur mit neueren Shopware-Versionen kompatibel. Hier ist das Problem, dass viele Plugin-Anbieter Aktualisierungen nur für die neue Shopware-Version vornehmen.
- Manchmal liegt es auch daran, dass Ihr Dienstleister ein wiederverwendbares Entwicklungs-Setup für seine Kunden hat. Das ist prinzipiell gut. Fällt Ihre Version aufgrund des Alters „aus der Reihe“, dann versucht sie aber Zusatzaufwände, damit Ihr Shop weiter betreut werden kann.
In der Regel geht es also darum, dass die Aktualisierung:
- Sicherheitslücken behebt
- wichtige Probleme beseitigt
- Zusatzkosten vermeidet
Was muss man beachten?
Details hängen von Ihrem konkreten Versionssprung ab, aber einige wichtige Anhaltspunkte sind:
- Die Shopware-Version muss mit der PHP-Version (und den anderen Komponenten, siehe oben) kompatibel sein. Nicht alle Shopware- und PHP-Versionen sind miteinander kompatibel. Idealerweise aktualisieren sie nicht Shopware und PHP in einem Rutsch, sondern getrennt.
- Das Shopware-Update bedingt meistens Plugin-Updates.
- Oft müssen auch Änderungen am Theme vorgenommen werden.
- Bei Minor-Updates erhalten Entwickler:innen in Log-Files Hinweise, was sie für das nächste Major-Update anpassen müssen („Deprecations“). Sie können hier bereits häppchenweise die Anpassungen vorab machen („Deprecations beseitigen“), oder auf später verschieben. Hier kann man die Kosten ein wenig schieben, wie es gerade passt. Sie können Ihren Dienstleister fragen, was er empfiehlt.
- Das Update eines Plugins bedingt manchmal das Update weiterer Plugins. Besonders, wenn man mehrere Plugins eines Herstellers verwendet.
Fragen und Antworten
Es gibt keinen – die Begriffe bezeichnen dasselbe. Im Zweifelsfall sprechen Menschen in der Branche eher von „Updates“, wenn es um kleine Versionssprünge geht, und um „Upgrades“, wenn es sich um größere Versionssprünge handelt. Eine fixe Regel ist das aber nicht.
Was mit „Upgrade“ auch gemeint sein kann, ist, dass man bei Shopware in den nächst größeren / teureren Lizenzplan („Edition“) wechselt. Das wird aber eher selten, und dann von der Vertriebsseite so genannt 🙂


